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Wanderung mit Kleinkind, was packe ich in die Kraxe?

Bin ich früher alleine oder mit meiner Frau in die Berge wandern gegangen, war der Rucksack schnell und routiniert gepackt. Trinkblase, Essen, Wechselshirt, Wind- bzw. Regenjacke, erste Hilfe Pack, Sonnenbrille und -creme. War es etwas kälter kam noch eine weitere Schicht in Form einer Softshelljacke dazu. Meistens habe ich den Rucksack gar nicht erst richtig ausgepackt und war mehr oder weniger zu jeder Zeit startklar.

Wanderung mit Kleinkind

Bei einer Wanderung mit Kleinkind sieht das nun etwas anders aus. Werden Kind und Gepäck nicht auf zwei oder mehrere Rücken verteilt, bietet die Kraxe weniger Packvolumen und man sollte sich ein paar Gedanken machen, was wirklich mitgenommen werden muss.

Tut euch dann den Gefallen und packt nur das Nötigste ein; „Weniger ist mehr“, denn schnell kommen, je nach Gewicht des Kindes, um die 20 kg auf dem Buckel zusammen. Überlegt also lieber zwei Mal, ob das Kind unbedingt ein Spielzeug mitnehmen muss. Die Natur hat so viel zu bieten. Oft reicht auch ein Zweig oder eine Blume, die man am Weg findet. Ansonsten kann so viel angeschaut und bestaunt werden. Das zusätzliche Gewicht ist nicht nur schlecht für die Gelenke sondern verlagert auch den Schwerpunkt weit nach oben. Dadurch wird der Gang deutlich instabiler. Hier sollte das Terrain an die persönlichen Fähigkeiten angepasst werden.

Was also sollte bei einer Wanderung mit Kleinkind in die Kraxe?

Ein minimalistischer Windel-Bag bestehend aus 2 Windeln, einer (oder auch keiner) Unterlage und einer ganz kleinen Packung Feuchttücher. Zur Not gehen auch mal Taschentücher, die leicht feucht gemacht werden oder man wischt bzw. tupft einfach trocken. Zum Abtransport der Stinkbomben noch eine kleine Tüte und fertig. Windeln haben am Berg nichts zu suchen. Bitte nehmt euren Müll wieder mit!

Zudem Wechselkleidung, am besten aus Baumwolle, und eine Regen-/Windjacke. Manche Marken bieten auch schon für die ganz Kleinen Boddies aus Merinowolle, was sicher nicht schadet, aber auch nicht unbedingt sein muss. Am Berg oben angekommen sollte gleich gecheckt werden, ob die Kleidung vom Kleinkind verschwitzt ist. Entsprechend muss die feuchte Kleidung gewechselt werden. Sonst wird es schnell zu kalt.

Falls euer Kind ein festes Schlafutensil wie z.B. Schnuller, Kuscheltuch oder -tier hat, packt auch das mit ein. Manche Kinder schlafen ja auch mit einem Hörbuch ein. Daher kann es sich auch lohnen das Handy mit dem ein oder anderen Hörbuch auszustatteten. Ich nutze dafür Audible. Hier kann ich die Hörbücher, einmal auf dem Handy gespeichert, auch offline anhören. Bei uns ist aktuell die Reihe Benjamin Blümchen recht beliebt.

Das Sitzen in der Kraxe macht die Kleinen recht schnell müde. Durch das hin und her Schaukeln wird ständig der Gleichgewichtssinn beansprucht und der ganze Körper ist am arbeiten, um das Schaukeln auszugleichen. Daher ist eine ausgeprägte Hals- und Nackenmuskulatur Grundvoraussetzung für die Kraxe. Die dauerhafte Beanspruchung dieser Muskeln ist für ein Kleinkind sehr anstrengend. Deshalb sollte eure erste Toure nicht länger als eine Stunde (für den Anstieg) dauern. Schaut wie euer Kind reagiert und wählt entsprechend beim nächsten Mal eine längere, kürzere oder ähnlich lange Tour. Euer Körper wird es euch danken, das zusätzliche Gewicht ist vor allem beim Bergabgehen eine starke Belastung.

Natürlich braucht‘s noch Proviant, um eine schöne Jause machen zu können. Manche Kraxen bieten die Möglichkeit eine Trinkblase zu verwenden, was ich super praktisch finde. Beim Wandern mit Kraxe schwitzt man deutlich mehr, auf einen entsprechenden Ausgleich muss geachtet werden.

Sonnencreme, Lichtschutzfaktor 50, kann ja schon unten im Tal aufgetragen werden. Ansonsten solltet ihr nur eine ganz kleine Tube mitnehmen. Zusätzlich kommt der Sonnenhut mit, obwohl die meisten Kraxen ein Sonnenverdeck haben. Spätestens oben am Gipfel dürfen die Kleinen ja doch aus der Kraxe raus, um sich zu bewegen. Da ist ein Sonnenhut Pflicht.

Je nach Temperatur noch eine Mütze und Handschuhe, wobei wir auch schon Socken meiner Frau, ja es waren frische, unserer Kleinen über die Hände gezogen haben. Sollte schlechtes Wetter in Anmarsch sein, ist ein Regenverdeck für die Kraxe mit einzupacken, oder man verschiebt die Tour; mit J. J. sind wir deutlich risiko-unfreundlicher geworden.

Ein Handy für den Notfall und für Fotos und auch ein erste-Hilfe-Pack schaden nicht.

Und obendrauf kommen dann schließlich noch die Sachen, die man für sich selbst benötigt =) Damit sollte dann auch das Packvolumen der Kraxe ausgereizt sein.

Eine vollständige Packliste könnt ihr hier downloaden.

Was ziehe ich dem Kind an?

Euer Kind selbst kleidet ihr am besten im Zwiebellook ein. Lieber erstmal eine Schicht zu viel, ausziehen geht immer. Denkt dran, euch ist vom Laufen gut warm und es kann sein, dass ihr im T-Shirt wandert. In der Kraxe wird sich wenig bewegt, sodass der Körper schneller abkühlt. Die Faustregel „eine Schicht mehr als man selbst trägt“ kann hier nicht mehr angewandt werden. Lieber erstmal zu viel und dann gegebenenfalls anpassen.

Viel Spaß bei eurer Wanderung!

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