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Papa Momente

Vater-Diskriminierung?

Immer wieder erlebe ich Situationen, in denen meine Fähigkeiten als Elternteil in Frage gestellt werden – ich glaube einfach nur aus dem Grund, weil ich ein Mann bin. Zumindest hat meine Frau und auch sonst niemand aus unserem weiblichen Bekanntenkreis ähnliches erlebt. Ist das schon Diskriminierung?

Vor allem mit älteren Menschen habe ich Vater Diskriminierung erlebt.

Ich erinnere mich noch besonders gut an eine Situation mit J. J.: sie war gerade gefüttert und gewickelt worden, hat aber wegen Müdigkeit geweint. Wir waren mit Freunden in einem Biergarten und ich habe versucht sie zu beruhigen und zum Schlafen zu bringen. Daher bin ich mit ihr im Biergarten rumgelaufen. Ein älterer Herr hat mich dabei beobachtet, kam auf mich zu und meinte, ich müsse sie zur Mutter bringen weil sie die Brust braucht.

Oder die (auch wieder ältere) Frau, die mich mit J. J. im Kinderwagen schlafend im Einkaufszentrum sah; sie kam ohne Anlass auf mich zu, fragte „Ist dem Kind warm genug?“ und streckte einfach die Hand an J. J.‘s Nacken, um ihre Temperatur zu überprüfen.

Solche Situationen passieren mir als Papa leider immer wieder. Aus welchen Gründen auch immer meinen wildfremde Personen mir unaufgefordert Ratschläge oder Hilfestellungen zum Kind geben zu müssen. Auf einen Blick erkennen die selbsternannten Experten die vermeintliche Situation und sagen mir, was dem Kind fehlt oder worauf ich zu achten habe. Dabei würde ich mich nicht als besonders hilflos auftretenden Vater bezeichnen.

Warum meinen manche Menschen, dass ich als Mann mich nicht so gut um mein Kind kümmern kann wie vielleicht die Mutter? Ich habe öfter das Gefühl, dass mir nicht zugetraut wird, dass ich das auch so gut wie eine Mutter machen kann.

Die gegebenen Ratschläge sind sicherlich gut gemeint aber zeigen, wie wenig den Vätern zugetraut wird. Man kann schon fast von einer Vater-Diskriminierung reden.

Aber warum ist das so?

Nicht nur aus vielen Studien sondern zum Beispiel auch aus dem Verhältnis bestehender Papa-Blogs zu Mama-Blogs ist erkennbar, dass aktuell immer noch vor allem Frauen den Hauptanteil der Kinderbetreuung und –erziehung tragen. Auch die im Verhältnis geringe Elternzeit, die von Vätern genommen wird, unterstreicht dies (siehe meinen Beitrag: 50/50 Aufteilung in der Kindererziehung).

Das Bild des mit der Kindererziehung überforderten Vaters scheint in der Gesellschaft noch immer fest verankert zu sein.

Wodurch wird auch heute noch Vater Diskriminierung befördert?

Auf der einen Seite tun sich viele Frauen schwer damit, die Verantwortung auch mal im vollen Umfang an den Vater abzugeben. Auf der anderen Seite machen es sich viele Männer gerne leicht und geben das Kind in schwierigen Situationen, mit einem überforderten Blick, an die Mama ab.

So lange sich hier nichts wirklich grundlegend ändert, werden die „Aktiven Väter“ weiter von den alten Vorurteilen verfolgt.

Um das gesellschaftliche Bild des Vaters zu ändern, müssen wir Väter mehr machen.

Zeigt den Menschen, dass auch wir Väter uns in vollem Umfang um unsere Kinder kümmern können.

PS.: Im Biergarten ist J. J. nach kurzer Zeit eingeschlafen und im Einkaufszentrum war ihr auch nicht zu kalt.

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Eine Antwort auf „Vater-Diskriminierung?“

Ja, es erstaunt mich doch auch immer mal wieder. All diese Diskriminierungen aller Art basieren einfach auf veralteten Rollenbilder oder klischee-behaftetem Denken. Und ich bin froh, einen Teil für aktive und moderne Vaterschaft beizutragen, um den entgegenzuwirken.

LG, Richard von der papammunity.de

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