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Schnuller abgewöhnen – 6 Tipps

J.J. ist inzwischen 2 Jahre alt und es wurde langsam aber sicher höchste Zeit die Schnuller abzugewöhnen. Bei uns hat es eigentlich sehr gut geklappt und wir hatten mit nur sehr wenig Widerstand zu tun. Wie wir beim Schnuller abgewöhnen vorgegangen sind möchte ich euch hier nun berichten. Wem der Text zu lang ist, kann auch direkt zu meinen Tipps zum Schnuller abgewöhnen runter scrollen 😉

So lief bei uns das Projekt: Schnuller abgewöhnen

Von Anfang an gab es den Schnuller eigentlich nur zum Beruhigen oder zum Schlafen. Ansonsten war der Schnuller keine Option. AUSSER Mama und Papa wollten in Ruhe Tennis spielen, Bouldern oder einfach Auto fahren. Das waren aber die großen Ausnahmen. Mit zunehmenden Alter wurde der Schnuller auch zunehmend auf die Schlafenszeiten beschränkt. Damit sind wir dann ca. ein Jahr sehr gut gefahren.

Kurz nach ihrem zweiten Geburtstag haben wir jetzt aber einen Schlussstrich gezogen und mit dem Schnuller abgewöhnen begonnen. Zunächst haben wir in der KITA ein kurzes Gespräch geführt und die Betreuerin meinte, dass sie es gerne in der KITA beim Mittagsschlaf testen kann. Ein Vorteil hier ist die Gruppendynamik: wenn mehrere Kinder ohne Schnuller schlafen, lässt sich der Schnullerentzug leichter durchsetzen, das war in J.J‘s Gruppe der Fall. Außerdem fügen sich die Kinder in der Gruppe eher bzw. oft mit weniger lautstarkem Widerstand in ihr Schicksal, schließlich möchte der Rest der Gruppe schlafen.

Das wurde dann auch direkt am nächsten Tag in die Tat umgesetzt. J.J. hat wohl nach ihren Schnullern verlangt, die Betreuerin hat ihr dann aber direkt klar gemacht, dass sie die Schnuller nicht finden kann und sie jetzt halt ohne Schnuller schlafen muss. Unsere Maus hat es angenommen und seitdem in der KITA keinen Schnuller mehr gebraucht.

Obwohl es in der KITA gut lief hatte ich ein wenig Bammel davor, auch bei uns im Bett keinen Schnuller mehr zu geben. J.J. verlangte schließlich jedes einzelne mal zum Schlafen ihre Lieblings-Stöpsel. Aber es half nichts, wir mussten es irgendwann einfach durchziehen. Um nicht doch von möglichen Tränen und Geschrei weich zu werden haben wir uns entschieden, die Schnuller gleich in den Müll zu werfen, sodass es kein Zurück mehr gab. Es wäre ja zu doof, wenn J.J. nach dem Schnuller verlangt und wir erst sagen „Gibt es nicht mehr“ und nach einer halben Stunde Geschrei nachgeben – Was würde J.J. dann wieder lernen …. Das wichtigste beim Schnuller abgewöhnen ist: Konsequent handeln und bleiben!

Meine Frau und ich haben uns auf die Geschichte verständigt, dass die Schnullerfee gekommen ist und die Schnuller mitgenommen hat, weil J.J. jetzt schon zu groß für den Schnuller ist. Damit ließ sich auch gut begründen, dass ihr Bruder noch einen Schnuller hat, weil er ja noch klein ist. Unsere Schnullerfee ist übrigens keine von den Feen, die ein Geschenk da lassen. Sie holt einfach die Schnuller und Punkt.

Der Abend der Wahrheit:

Also J.J. bettfertig machen und dann geht es ab ins Bett. Möglichst ohne sich die Anspannung anmerken zu lassen. Kaum im Bett frägt J.J. – wie immer – nach dem Schnuller, wir erzählen ihr einfühlsam aber kurz die Story mit der Fee und machen dann einfach weiter mit der Bettroutine. Natürlich findet J.J. das aber uncool und beschwert sich. Wir wiederholen Mantra-artig mit Mitgefühl aber auch mit Stolz, dass die Schnullerfee entschieden hat, J.J. sei nun groß genug ohne Schnuller zu schlafen. Am Ende der Gute-Nacht-Geschichte sagt sie dann einfach: „Nullerfee hat Schnuller mitgenommen… Leider, Leider, Leider“.

Ich würde sie am liebsten ganz fest Drücken. Aber um der Situation möglichst keine Besonderheit zu verleihen mache ich die Abendroutine weiter und gehe dann aus dem Zimmer. Nach kurzer Zeit ist J.J. dann mit ihren Kuscheltieren spielend eingeschlafen. Seitdem die Schnuller weg sind, hat sie auch ein Lieblingskuscheltier, welches sie immer in den Schlaf begleitet. Davor waren es nur ihre drei Schnuller. Am nächsten Abend machen wir noch einmal genau das Selbe und die Sache mit dem Schnuller abgewöhnen ist erledigt.

J.J. hat das also sehr gut aufgenommen und ich bekomme immer mehr das Gefühl, mit ihr richtig Reden zu können. Sie entwickelt ein Verständnis für so manche Dinge, das ist einfach schön und auch faszinierend zu beobachten.

Knackpunkt Auto

Einen Knackpunkt gab es dann nochmal im Auto. Hier hat J.J. auch immer zum Schlafen einen Schnuller haben dürfen. Also auch hier müssen wir den Schnuller abgewöhnen. Bei den ersten Fahrten hat sie ihn, wie gewohnt, haben wollen. Leider hatte aber auch hier die Schnullerfee zugeschlagen. Es wurde zwar für nicht gut empfunden aber am Ende relativ problemlos akzeptiert.

Inzwischen läuft J.J. auch ganz stolz umher und sagt, dass sie schon groß ist und keinen Schnuller braucht. Nur ihr Bruder J.Y. ist noch klein und braucht einen Schnuller.

Meine 6 Tipps zum Schnuller abgewöhnen:

  1. Falls euer Kind den Schnuller auch tagsüber permanent im Mund hat und verlangt: Gewöhnt diesen erst in entspannten Situationen wie zum Beispiel beim Spielen ab. Ein Großes (Zwischen)Ziel ist zunächst, dass der Schnuller vorwiegend zum Schlafen verwendet wird. Das war wie gesagt bei uns kein Thema, da es den Schnuller bei uns eh vor allem zum Schlafen gegeben hat.
  2. Falls möglich in der KITA damit anfangen. Die Gruppendynamik macht unglaublich viel aus. Die Kinder sehen z. B. direkt, dass andere Kinder auch ohne Schnuller schlafen können.
  3. Um jeder Versuchung zur Inkonsequenz zu widerstehen, empfehle ich die Schnuller direkt raus in den Müll zu bringen. Und zwar ALLE Schnuller, die im Haus sind. Hat man dem Kind einmal gesagt, dass die Schnuller weg sind, sollten sie auch wegbleiben: Konsequenz ist das A und O.
  4. Eine Geschichte mit dem Partner abstimmen. Man muss hier wirklich an einem Strang ziehen, dass die Version immer gleich und überzeugend vermittelt werden kann. Auch hier ist Konsequenz das A und O.
  5. Nicht zu viel auf den Protest des Kindes eingehen. Kurz und knapp erklären, dass es jetzt (leider) keine Schnuller mehr gibt und dann mit der Abendroutine weiter machen.
  6. Dem Kind Alternativen anbieten, wie z. B. ein Schmusetuch oder ein Kuscheltier.

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