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#RightsNotRoses – Weltfrauentag – was heißt das für mich als Papa

Am 8.März ist wieder der Weltfrauentag. Katharina von ichgebeare.com hat dazu zu einer Blogparade aufgerufen. Ich möchte meine Gedanken zu dem Thema „Weltfrauentag“ mit euch teilen. Warum ich als Papa froh bin, dass es diesen Tag gibt und was das letzten Endes für Auswirkungen auf das Papaleben hat.

Jeder weiß es, der Weltfrauentag steht für die Stellung der Frau in unserer Gesellschaft. Der Wunsch nach Gleichberechtigung ist groß und absolut berechtigt. In großen Teilen ist das, zumindest in unserer Gesellschaft, zwar schon gut umgesetzt, in manchen Teilen aber noch immer eher leeres Gerede.

Mir stellt sich die Frage: Warum?

Ich denke, dass bestimmte Rollenbilder zu Frauen und Männern noch immer zu tief in uns drin stecken und unsere Erwartungshaltungen gegenüber Frauen und Männern unterschiedlich prägen.

Es kommt mir so vor, als ob wir Männer es z.B. in der Karriereplanung eher einfach haben. Wir machen unsere Ausbildung und fangen dann an zu arbeiten. Es wird in der Regel erwartet, dass man Vollzeit arbeitet und voller Tatendrang die Karriereleiter hinaufklettert. Das funktioniert auch meistens gut, solange wir uns im Rahmen dieser gesellschaftlichen Erwartungshaltung bewegen. 

Bei Frauen ist die Erwartungshaltung erstmal anders. In der Ausbildung sind die Erwartungen noch gleichzusetzen mit denen an männliche Kollegen. Geht es aber in die Arbeit, ändern sich die Dinge. Eine steile Karriere wird von Frauen nicht unbedingt erwartet. Warum auch? Sie wird ja eh irgendwann schwanger und widmet sich danach erstmal mehr der Familie. Dazu arbeiten sie sehr viel häufiger als ihre Ehemänner in Teilzeit und erledigen ganz nebenher Kinder und den Haushalt.

Vor 15 Jahren habe ich an der Realschule noch gelernt, dass Frauen die Fragen bei Bewerbungsgesprächen bezüglich Familienplanung ehrlich beantworten sollen. Diese Fragen sind ja inzwischen verboten worden. Dennoch hängt eine Schwangerschaft bei weiblichen Angestellten stets wie ein Damoklesschwert über den Köpfen.

Da hat der Arbeitgeber Glück gehabt, dass er die Förderung der Angestellten lieber in die männlichen Kollegen gesteckt hat. Die machen in der Regel ja nur 2 Monate Elternzeit, wenn überhaupt. Kommt ja nicht überall so gut an, und ist ja auch nicht gut für die Karriere ;-(

Bullshit! Wollen wir wirklich Gleichberechtigung, müssen auch wir Männer die Elternzeit nutzen und mit unseren Frauen in Teilzeit wechseln. Warum soll eine Frau 20 Stunden die Woche arbeiten, in der Früh die Kinder für die Kita, Kindergarten oder Schule fertig machen, um dann in die Arbeit zu hetzen und danach wieder die Kinder abholen und bespaßen, damit der Mann seine 40 Stunden arbeiten kann? Warum nicht beide irgendwo in der Mitte treffen?

Gleichberechtigung heißt für mich, dass sich Männer und Frauen entgegenkommen müssen. Also Männer: ab in die Elternzeit, am besten so viel wie eure Frauen! Und Frauen: lasst eure Männer machen, die können das!

Finde ich den Weltfrauentag nötig und sinnvoll?

Dank der Gleichberechtigung war ich in der Lage meine Arbeitszeit anzupassen und sogar für mehr als 2 Monate in Elternzeit zu gehen. Und was soll ich sagen, ich habe es so sehr genossen bzw. genieße es immer noch. Ich habe bisher absolut nichts bei meinen Kindern verpasst. Seien es die ersten Krabbelversuche, Laufversuche oder das erste gesprochene Wort. Das übrigens Papa war ;-).

Und auch in Zukunft werde ich keine Veranstaltung verpassen, bei der mein Kind möchte, dass ich dabei bin. Auch wenn es mir schon davor graut, in der Schulaula umringt von begeisterten Eltern zu sitzen und mich ewig zu langweilen, nur um dann 5 Minuten eines meiner Kinder auf der Bühne zu sehen wie es etwas aufführt, dass es daheim schon tausend mal geübt hat. Aber ich werde mitfiebern ob es die Problemstelle des Stückes schafft.

Oft erzählen mir ältere Papas davon, was sie alles bei ihren Kindern verpasst haben, weil sie viel Arbeiten waren. Klar, damals hat in der Regel der Mann das Geld nach Hause gebracht und musste entsprechend ranklotzen.

Aber genau diese Versäumnisse möchte ich nicht erleben müssen. Und dank der Gleichberechtigung und Aufgaben-Aufteilung innerhalb unserer Familie muss ich das erstmal auch nicht.

Also “Ja” ich finde den Frauentag nötig und sinnvoll. Allerdings nur mit Bezug zur Gleichberechtigung. Und Gleichberechtigung sollte jeden Tag im Jahr gelten. Da müssen wir in unserer Gesellschaft hinkommen.

In unserer Familie sind wir glaube ich schon nah dran. Deswegen bekommt meine Frau auch keine Rosen, weder am Valentinstag (weil ich diesen kommerziellen Tag total dämlich finde) noch am 8. März zum Frauentag. Ich bekomme ja schließlich auch keine Rosen geschenkt 😉

Auswertung der Blogparade #rightsnotroses – Weltfrauentag

Katharina hat inzwischen ihre Auswertung der Blogparade abgeschlossen und in einem entsprechenden Beitrag veröffentlicht. Viel Spaß beim Lesen. Einfach hier klicken und ihr werdet weitergeleitet.

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2 Antworten auf „#RightsNotRoses – Weltfrauentag – was heißt das für mich als Papa“

Ich persönlich halte nichts von Gleichberechtigung.
Nicht um sonst gibt es verschiedene Geschlechter.
Das würde ja dann auch bedeuten, dass Männer Kinder kriegen und stillen könnten…

Wobei ich das Thema Elternzeit unwahrscheinlich wichtig; vor allem in Bezug auf die Beziehung zu den Kindern.

Lg Maria

Ps ich werde am Montag meinen Beitrag zur Blogparade veröffentlichen…

Hi Maria,

danke für deinen Kommentar.
Ich bin als Papa schon froh, dass ich dank der Gleichberechtigung in der Lage war entsprechend in Elternzeit zu gehen. Ich glaube wir sprechen von unterschiedlichen Definitionen der Gleichberechtigung 😉

Es kann natürlich nicht funktionieren, wenn wir die Rollen 100 % tauschen oder Dinge übernehmen sollen, die wir Biologisch einfach nicht übernehmen können.

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