Kategorien
Papa Momente

Plötzlich zu viert

Wow was passiert jetzt?

Schon länger hatte meine Frau immer wieder unerträgliche Schmerzen in ihrem rechten Bein. Der Kleine drückte wohl mit seinem Kopf auf einen Nerv oder so. Ich schreibe in der Vergangenheit, heute Morgen ging es ganz schnell und der Kleine war plötzlich da und wir sind plötzlich zu viert.

Wie lief es ab (aus meiner Sicht)

Die letzten Tage habe ich immer auf der Couch geschlafen weil ich dort ruhigere Nächte hatte und dann fit für J.J. war. Der Wecker ist immer auf 7 Uhr gestellt und meine Frau weiß das auch. Ich weckte J.J. und frühstückte mit ihr. Manchmal kam meine Frau auch mit dazu, doch meistens schlief sie etwas länger. Heute war sie schon 15 Minuten vor 7 Uhr bei mir und meinte nur, dass sie seit 5 Uhr nicht mehr schlafen kann weil sie so schmerzen hat. Ich dachte natürlich, dass es wieder ihr Bein ist und beschwerte mich noch darüber schon um 6:45 Uhr geweckt zu werden.

Dann kam noch dazu, dass meine Frau sich sehr unruhig in der Küche verhielt und ständig mit den Fingern auf der Arbeitsfläche tippte. Weiterhin dachte ich, dass es ihr Bein und nichts Neues ist. Bis ich kapierte dass es sich um Wehen handelt, brauchte es noch weitere 10 Minuten und ca. 3 Wehen. Ab jetzt schaltete ich auf den „Scheiße, das Baby kommt Modus“.

Was machen wir jetzt?

Was machen wir mit J. J.? Sie kann doch erst um 8:00 Uhr in die Krippe. Die Nachbarn gehen nicht ans Handy und meine Frau möchte ihre Eltern nicht extra für 10 Minuten J.J.-Betreuung rein rufen (So viel zu den Plänen die wir hatten). Ich rufe bei der Krippe an und erreiche zum Glück schon jemanden. Ich darf J. J. schon um 7:30 Uhr bringen obwohl sie erst um 8 Uhr aufmachen – Lucky Us-

Wir versuchen trotzdem noch ganz gemütlich mit J.J. und alle 3 minütigen Wehen zu Frühstücken. Funktioniert nur bedingt gut. J.J. merkt auch, dass da was in der Luft ist und möchte Mama trösten, die will aber bei Wehen niemanden da haben. Eine spannende Phase.

Jetzt möchte meine Frau wirklich ins Krankenhaus. Es wird unerträglich für sie. Na gut, wir packen alle unsere Sachen und begeben uns ins Auto. Dank neuer Batterie 😉 springt es auch super an. Wir bringen J.J. noch schnell ohne Umziehen, Zähne putzen und Wickeln im Schlafanzug in die Krippe und fahren dann ab ins Krankenhaus.

Dort kommen wir gegen 8 Uhr an. Nach ein paar Wehen stehen wir im Wehenzimmer und die Hebamme meint nur zu einer Ärztin, dass wir hier gleich eine Geburt haben.

Geht das auch mit Handbremse?

Was?!? So schnell? Beim letzten Mal hat es doch 12 Stunden gedauert. Naja, dieses Mal geht es wohl schneller. Wir gehen in den Kraissaal, meine Frau Kniet auf dem Bett. Ich bin am Kopfende vom Bett und sitze recht hilflos da. Bei den Wehen merke ich, dass meine Gefühle sonst wo hin wandern. Ich könnte lachen, weinen oder sonst was. Es ist einfach heftig was da in einem passiert. Ich sitze mit Maske auf meinem Stuhl, ringe nach Luft und merke wie mein Kreislauf langsam aber sicher schlapp macht. Ich höre aber schon die Hebamme sagen:

 „Das Köpfchen ist schon da“

Jetzt kann es nicht mehr lange dauern. Ich halte noch 2 Wehen aus und dann ist der Kleine um 8:54 Uhr auch schon da. Erneut sind wir die glücklichsten Menschen auf der Welt. Er heißt J.Y. und wiegt 3410 g. Ich muss mich kurz auf den Boden legen, meine Füße hochlegen und Traubenzucker essen. Mal wieder zur Belustigung aller 😀

2 Minuten später geht es mir wieder gut und ich kann J.Y. in den Arm nehmen, und wir sind plötzlich zu viert. Meine Frau und ich bestaunen den Zwerg und sind einfach froh, dass er da ist und alle gesund sind.

Die Geburt ging so schnell, dass wir es noch gar nicht begreifen können. Ich schreibe diesen Text gegen 12 Uhr Mittag. Frau und Kind liegen neben mir im Bett und erholen sich. Ich sitze auf dem Stuhl daneben, muss mich irgendwie beschäftigen und schreibe daher diese Zeilen…

Auf ihrem Blogbeitrag “Geschwisterchen Kennenlernen” schreibt Bea von Emil steht Kopf ihre Gedanken und Wünsche zur Geburt des zweiten Kindes. Dazu gibt sie noch ihre Top 5 Tipps für ein angenehmes Kennenlernen.

Meine Frau konnte es sich nicht nehmen lassen und die Geburt auch noch aus ihrer eigenen Sicht “Plötzlich zu viert aus Sicht meiner Frau” zu beschreiben.

Teile den Beitrag oder Abonniere mich unter Kontakt

2 Antworten auf „Plötzlich zu viert“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.