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Papa Momente

Plötzlich zu viert aus Sicht meiner Frau

Heute gibt es einen kleinen Gastbeitrag zu meinem letzten Beitrag: Plötzlich zu viert
Meine Frau beschreibt den Mamamoment zu meinem Papamoment.

Wie lief es ab (aus Sicht meiner Frau)

Ich hab meinen Mann schon ein paar Tage vor ET auf die Couch geschickt, damit er und ich besser schlafen können. Ich wache ja alle Nase lang auf und renne auf Toilette oder wälze mich hin und her. Gestern war der erste Tag über ET und es gab wieder keine konkreteren Anzeichen, dass es bald losgehen könnte. Dafür habe ich seit Tagen immer wieder starke Schmerzen im Oberschenkel, ähnlich wie schon vor Monaten aber andauernd. So macht es keinen Spaß mehr.

Irgendwann nach 1 Uhr nachts bin ich aufgewacht und auf Toilette gegangen, mit dem üblichen Gedanken “Mist, wieder keine Wehen im Anflug”. Zum Glück bin ich wieder gut eingeschlafen, bis mich gegen 5 Uhr ein unangenehmes Gefühl weckt. Der Bauch ist hart, wie schon so oft, aber dieses Mal spüre ich einen leichten Schmerz im Rücken dazu. Ich versuche zwar wieder einzuschlafen aber kurze Zeit später das gleiche.

Blick auf die Uhr: 5:01 Uhr.

Umgedreht,  Augen zu aber nach ein paar Minuten wieder das gleiche. Und dann nochmal…

Juhu, endlich Wehen – jetzt kann es sich nur noch um … naja vielen Stunden handeln. Meine erste Geburt verlief ab Wehenstart über 24 Stunden lang. Der Schmerz ist relativ kurz und mit Händedruck auf das Kreuzbein noch erträglich, sodass ich es noch über eine Stunde im Bett aushalte, um möglichst viel Kraft zu sammeln.

Meinen Mann wecke ich erstmal nicht, um zumindest seinen kostbaren Schlaf und seine Kräfte zu schonen. Außerdem kann ich diese Wehentätigkeit nicht einordnen, weil die Schmerzen zwar relativ schnell aufeinander folgen aber nur kurz und unregelmäßig sind. Auch Google hilft mir nicht wirklich weiter.

Schließlich stehe ich aber gegen 6:30 Uhr auf, zieh mich an und mach mich für den Tag fertig. Ich denke mir: “erstmal Kaffee machen und dann Max Bescheid geben”. Damit er nicht in Panik von der Couch fällt, formuliere ich nur ganz vorsichtig, dass ich seit 5 Uhr Schmerzen habe, statt zu sagen „es geht los“. Daraufhin reagiert er sehr entspannt und möchte noch seine 15 Minuten bis zum Wecker weiter schlafen. Auch gut. Naja, fast gut, denn Kaffee und Frühstück zubereiten funktionieren nicht so reibungslos, da ich alle paar Minuten unterbrechen und Wehen wegatmen muss. Ich bemerke, wie ich dabei das Klopfen mit den Fingernägeln auf meinen Abstützflächen dejavuehaft zur ersten Schwangerschaft erlebe.

J.J. wecke ich noch zusammen mit Max, aber frühstücken klappt nicht mehr: ich kann weder sitzen noch ruhig stehen zum Essen und Trinken, da ich auf einmal kaum noch Pausen zwischen den Wehen habe. Ich bin ziemlich irritiert und mir kommt erst recht spät Max’s Idee sinnvoll vor, doch mal ins Krankenhaus zu fahren. Zum Glück ruft Max einfach in der Krippe an und wir dürfen J.J. früher hin bringen. Wir packen einfach J. J. ungewickelt und im Schlafanzug ein, greifen unsere Taschen, ab ins Auto und los.

Die Fahrt überstehe ich leidend und fluchend, dass mein toller Fahrer sich noch halbwegs an die Geschwindigkeitsbegrenzungen hält. Ich schicke ihn auch nur über eine rote Ampel (leere Kreuzung). Parkplatz fast vorm Krankenhaus – ca. 200 m zum Eingang, für die ich Ewigkeiten brauche, während ich ca. 8 Wehen veratme. Jetzt merke ich, dass das keine Vorwehen mehr sind. Es passiert echt was.

Krankenhauseingang bis Lift: 3 Wehen

Lift, dann bis Entbindungsstation: 3 Wehen

Als die Hebamme die Tür zur Station öffnet begrüßt sie uns mit einem fröhlichen “Guten Morgen – Oh da hat wohl jemand Wehen”. Ich antworte vor Schmerzen nicht.

Eine Wehe später bin ich im Wehenzimmer und eine Untersuchung und zwei Wehen später sind alle um die Erkenntnis reicher, dass die Geburt unmittelbar bevor steht

Wehenzimmer bis auf die Liege im Kreißsaal: 20 Meter in 6 Minuten, 5 Wehen

Weitere 2 Wehen später ist die Fruchtblase geplatzt.

Nochmal 8-10 Wehen und der Kleine ist da.

Schon krass…

Uns geht’s allen gut. Auch Max wieder, nach seinem obligatorischen kurz-vor-der-Ohnmacht-Moment am Boden.

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