Kategorien
Allgemein Organisatorisches

Medienkonsum bei Kleinkindern sinnvoll einsetzen

Geschlossene Kitas und Homeoffice haben uns in der Corona-Zeit das Leben mit Kindern nicht immer leicht gemacht. Verständlich, dass viele arbeitende Eltern ihre Kinder während einer Telefonkonferenz vor dem Fernseher „geparkt“ haben. Der Medienkonsum bei Kleinkindern hat stark zugenommen. Die Kleinen sind einfach fasziniert von den laufenden Bildern und geben Ruhe. Dabei ist es fast egal, um was es geht/ was läuft. Aber man macht sich als Eltern doch Gedanken, ob das gezeigte Programm den Kindern auf Dauer schadet, denn sicher wäre es viel besser, raus an die frische Luft zu gehen und selbst etwas zu erleben.

Was kann man beachten, um die Kinder guten Gewissens z. B. vor dem TV zu parken? Hier kommen meine Gedanken zu der Thematik Medienkonsum bei Kleinkindern.

Ein paar Fakten zum Medienkonsum bei Kleinkindern (0-6 Jahre)

Vorweg möchte ich anmerken, dass ich mich hier auf digitalen Medienkonsum konzentriere – auch Bücher und Hörbücher zählen eigentlich zur Mediennutzung dazu.

Es gibt eine Studie, die 400 Elternpaare über den digitalen Medienkonsum ihrer Kinder befragt hat. Interessant finde ich die Tatsache, dass in Summe 72 % der Kleinkinder bereits digitale Medien nutzen. Hauptsächlich schauen die Kinder Videos und Fotos am Fernseher (21 %), Smartphone (30 %) oder Tablet (32 %). Zum Medienkonsum gehört auch das Videotelefonieren mit anderen Personen und einfach Fotos schauen. Das ist auch der größte Teil des Medienkonsums bei 0-2-jährigen. Videos, Musik und Spiele fangen ab einem Alter von 3 Jahren an, interessanter zu werden. Im Schnitt nutzen übrigens 24 % der Kleinkinder täglich digitale Medien und 33 % mehrmals die Woche.

Zusammenfassend kann man sagen, dass digitale Medien schon sehr früh eine immer größere Rolle im Leben unserer Kinder einnehmen. Wie können wir die Medien also sinnvoll nutzen?

Kindgerechtes Angebot

Inzwischen weiß man, dass digitaler Medienkonsum bei Kleinkindern, solange er sinnvoll und nicht übermäßig eingesetzt wird, kindliche Denk- und Lernprozesse anregen kann. Es gibt reichlich Kinderprogramme, die Wissen kindgerecht vermitteln, in denen zum Beispiel Funktionsweisen von Dingen erklärt oder andere Kulturen nähergebracht werden. Ein klassisches TV-Programm wäre wohl „Die Sendung mit der Maus“. Aber es gibt auch viele Apps, die sinnvoll genutzt werden können. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Apps keine in-App Käufe enthalten und auch in ihrer Handhabung und Sicherheit kindgerecht sind. Leider entsprechen dem nicht alle Apps für Kinder. Man kann sich zum Beispiel hier informieren:

Leider ist auf die Altersangabe innerhalb des App-Stores nicht immer verlass. Achtet also bitte darauf, was für Apps ihr nutzen wollt.

Regeln definieren

So sinnvoll digitaler Medienkonsum bei Kleinkindern auch sein mag, sollte er bestimmten Regeln unterliegen. So ist eine altersgerechte zeitliche Beschränkung wichtig. Im Netz konnte ich unterschiedliche Empfehlungen finden. Manche sehen es lockerer, manche etwas enger. Kinder unter 5 Jahre sollten nicht mehr als 20 bis 30 Minuten täglich digitalen Medien nutzen. Kinder zwischen 6 bis 9 Jahren maximal eine Stunde pro Tag.

Wir haben für uns die Erfahrung gemacht, dass es kurz vor dem zu Bett gehen nicht mehr sinnvoll ist, digitale Medien zu nutzen. Unsere Maus ist dann müde und nur sehr schwer vom Bildschirm wegzubekommen. Daher gibt es bei uns die Regel, dass digitaler Medienkonsum bei Kleinkindern nur tagsüber erlaubt ist.

Im Idealfall werden Kinder nicht vor einem Bildschirm ‚geparkt‘, sondern es schaut ein Elternteil gemeinsam mit den Kindern. Dadurch kann das Programm ggf. auch mal unterbrochen und Gesehenes besprochen oder wiederholt werden. Auch Spiele werden am besten gemeinsam gespielt, das macht mehr Spaß und die Teilnahme bestärkt jedes Kind.

Medien sinnvoll nutzen

Für uns hat sich irgendwann die Frage gestellt, wie wir den digitalen Medienkonsum sinnvoller gestalten können, denn mit J.J. haben wir zunächst die alten Pumuckl Episoden angeschaut. Tatsächlich sind wir in unserem Mexiko Urlaub draufgekommen, dass wir unseren Kindern einfach mal Serien/ Filme auf Englisch zeigen könnten, um im sprachlichen Bereich quasi nebenher einen Lernerfolg zu erzielen. Von einer Freundin wurde uns dazu eine Internetseite (https://www.samandmelenglish.com) empfohlen Hier werden sehr einfache englische Dialoge kindgerecht veranschaulicht, erklärt und wiederholt. Ein genauer Testbericht über diese Seite wird hier demnächst noch kommen.

Unsere beiden Kids schauen die kurzen Folgen immer mal wieder zusammen mit uns oder auch allein und nach sehr kurzer Zeit ist es schon vorgekommen, dass J.J. an den Esstisch kommt und mich frägt: „How are you? Are you sad?“. Sie ist gerade in ihrer Papagei-Phase und plappert begeistert alles nach, auch wenn sie unsere Antwort meist noch nicht versteht. Wir haben nicht den Anspruch, dass sie die englische Sprache wirklich beherrschen soll, aber ich denke, in diesem Alter ist es für Kinder noch sehr einfach ein grundlegendes Gefühl für eine weitere Sprache zu bekommen.

Die Studienlage hierzu weist klar darauf hin, dass Kleinkinder im Alter bis 3 Jahre keine Probleme damit haben, eine weitere Sprache zu erlernen. Warum also nicht die digitalen Medien für den Spracherwerb nutzen?

Alternativ zu digitalen Medienkann man natürlich auch ein paar Bücher in einer Fremdsprache kaufen und diese entsprechend vorlesen. Wichtig ist dabei generell, die Fremdsprache nicht einfach planlos an verschiedenen Stellen einzusetzen, denn das kann zu sog. Sprachverwirrungen führen. Kinder verknüpfen Situationen mit der Sprache, dem sollte man unbedingt entsprechen (Mehrsprachig aufwachsen ). Wird z. B. ein bestimmtes Buch oder eben ein bestimmter Film immer auf Englisch angeschaut, wird das Kind das sehr schnell verstehen und im Kopf den Schalter umlegen. Würde man zwischendurch die Sprache wechseln ist es nur verwirrend.

Einen Versuch ist es wert

Ihr könnt kein perfektes Englisch oder Französisch oder Italienisch? Natürlich wäre das von Vorteil, aber auch mit ganz grundlegenden eigenen Kenntnissen kann man seine Kinder beim intuitiven Lernen begleiten. Dann bietet es sich mehr an, mit dem Kind zusammen Serien/ Filme z. B. erst mehrfach auf Deutsch und dann nur noch in einer Fremdsprache anzuschauen, oder nutzt andere Medien z. B. die schon erwähnte Internetseite Samandmelenglisch.com. Ein Versuch, dieses besondere Zeitfenster im Kleinkindalter für das Sprachenlernen zu nutzen, schadet nicht. Und wenn es für die Kinder oder auch für einen selbst nix ist, kann man es ja auch einfach wieder sein lassen.

Teile den Beitrag oder Abonniere mich unter Kontakt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.