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Interview mit Carina von littleresearchers.de

Als Blogger lernt man ja viele andere Blogger kennen. Das geht von ganz alleine. In meinem Papa (Mama)-Blog-Universum stelle ich ja schon den ein oder anderen Blog vor. So auch Carina von littleresearchers.de. In ihrem noch recht jungen Blog informiert sie in ausführlich recherchierten Artikeln über ganz alltägliche Dinge aus dem Leben mit Kind. Der Fokus liegt dabei auch immer auf Nachhaltigkeit und einen bewussten Alltag. Da ich ja selbst Naturwissenschaftler bin, ist mir der Blog damals auch sofort ins Auge gefallen. Desto cooler finde ich es, dass ich Carina jetzt auf meinem Blog interviewen durfte.


Dein Blogname „littleresearchers.de“ ist mir von Anfang an ins Auge gefallen. Liegt wohl auch daran, dass ich selbst Naturwissenschaftler bin und mich da auch gleich angesprochen fühle. Was verbindet dich mit der Forschung bzw. wie bist du darauf gekommen?

Das ist eine gute Frage, da muss ich mal überlegen, wo meine „Recherchier-Leidenschaft“ begonnen hat. Ich denke, vor allem seit der Zeit an der Uni bin ich es gewohnt, prinzipiell erst mal alles zu hinterfragen und Behauptungen nicht einfach so hinzunehmen. Das ist manchmal sicherlich etwas anstrengend, sowohl für mich, als auch für meine Mitmenschen. 😉 Da ich Gesundheitsökonomie studiert habe, liegt mir besonders das Thema Gesundheit am Herzen. Ich bin ein großer Fan davon, den neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft zu folgen, anstatt einem „das hat uns früher auch nicht geschadet“. Was natürlich nicht heißen soll, dass früher alles schlecht war. Und schön, dass du dich direkt angesprochen fühlst durch den Namen. Genauso habe ich mir das gewünscht. Es sollte ein Name sein, der direkt vermittelt, dass meine Beiträge, wo möglich, einen wissenschaftlichen Hintergrund haben.

Mit dem ersten Kind ändert sich im Leben der Eltern ja unglaublich viel. In welchen familiären Strukturierungen wächst denn euer eigener ‘Little Researcher’ auf, vor allem was das Thema Elternzeitaufteilung und Familienmodel anbelangt?

In der Tat; auch, wenn wir vorher ja schon häufig gehört haben, dass sich alles ändern wird, waren wir trotzdem ziemlich überrascht. Es hat auch eine ganze Weile gedauert, bis wir uns einen neuen Alltag aufgebaut haben. Was die Elternzeitaufteilung angeht, sind wir hier ganz klassisch unterwegs. Ich habe 24 Monate Elternzeit genommen, mein Mann die üblichen 2 Monate. Einen direkt nach der Geburt und den zweiten nach dem ersten Geburtstag. Tatsächlich stand das für uns beide auch schon immer so fest. Zum Glück, ich fand das Ausfüllen der Anträge schon kompliziert genug, auch ohne inhaltliche Diskussion.

Auf deinem Blog littleresearchers.de kann man schon recht schnell sehen, dass du dir viele Gedanken um alles rund um dein Kind machst. Sei es die Klamottenwahl, Gesundheit (OK, wer macht das nicht) oder auch die Wahl von nachhaltigen Produkten. Zieht ihr bei dieser „Care-Arbeit“ an einem Strang oder ist das eher dein Ding?

Wir ziehen auf jeden Fall an einem Strang. Das kann aber auch so aussehen, dass mein Mann mich wieder resettet, wenn ich mich in meinen Optimierungs-Gedanken verstrickt habe. Nachhaltigkeit, Verwendung von Naturkosmetik etc. ist für Mann eher ein Nice-to-have, für mich allerdings ein Must-have. Da es für mich aber wichtig ist, trägt er die Entscheidungen natürlich mit. Beispielsweise der Kauf von entsprechender Kleidung ist also meine Aufgabe, da ich hier einen anderen „Standard“ habe, den ich gerne erfüllt haben möchte. Ich finde es schwierig Aufgaben abzugeben, bei denen ich selbst eine sehr konkrete Vorstellung von ihrer Erfüllung habe. Mein Mann kümmert sich mit höherer Priorität um andere Dinge, die für mich vielleicht weniger relevant sind. Sein Ordnungssinn ist zum Beispiel etwas ausgeprägter…

Einen ausgeprägten Ordnungssinn würde sich meine Frau bei mir ja auch wünschen. Wer schmeißt denn bei euch vor allem den Haushalt?

Ich würde mal behaupten, dass das ziemlich ausgeglichen ist. Jeder hat seinen eigenen Zuständigkeitsbereich. Wenn der eine mal keine Zeit hat, kann das natürlich flexibel angepasst werden.

Auch wenn ich das Thema echt leid bin, ist es dennoch in aller Munde. Wie läuft es bei euch in der aktuellen „Corona-Zeit“ ab?

Abgesehen von der sozialen Isolation können wir uns wahrscheinlich nicht wirklich beschweren. Mein Mann ist zu 2/3 der Zeit im Homeoffice, im ersten Lockdown gabs auch noch Kurzarbeit. Da ich noch in Elternzeit bin müssen wir uns um eine Fremdbetreuung aktuell keine Gedanken machen. Ohne Corona hätten wir als Familie nicht diese Menge an gemeinsamer Zeit gehabt, vor allem im ersten Lockdown. Aber, auch wenn er im Homeoffice natürlich arbeitet, macht es für mich trotzdem einen großen Unterschied. Es ist viel angenehmer und erleichtert den Tag ungemein, wenn zwischendurch auf dem Flur oder beim Kaffeekochen mal ein Wort mit einer erwachsenen Person gewechselt werden kann. Außerdem gibt es an den Homeoffice-Tagen ein gemeinsames Frühstück und Mittagessen. Aber natürlich habe ich mir meine Elternzeit, wie so viele andere auch, auch etwas anders vorgestellt. Treffen mit anderen Eltern und Kindern, Ausflüge etc. müssen wohl noch etwas warten…

Habt ihr die Möglichkeit euer Kind mal abzugeben? Zum Beispiel an die Großeltern.

Da wir dank Pandemie aber auch wenig Termine außer Haus haben, oder allgemein wenig unternehmen können, gibt es aktuell auch keine Notwendigkeit unsere Maus von jemand anderem betreuen zu lassen. Wir sind allerdings regelmäßig bei meinen Eltern, die zu unserem Glück im selben Ort nur etwa 800 m entfernt wohnen. Eine KiTa wird somit wahrscheinlich erst zum 3. Geburtstag hin relevant.

Wie schafft ihr, euch Zeit für „Me-Time“ und „Zeit zu zweit“ freizuhalten?

Jaaa, gute Frage. Gerade in der kälteren Jahreszeit hatten wir damit schon etwas Schwierigkeiten. Draußen zu kalt für Sport (zumindest für mich 😉), Fitnessstudio zu, Restaurants geschlossen, da bleibt nur noch die Zeit zuhause. Und dass die Freizeit da nicht zu kurz kommt, ist schon schwierig – finde ich. Wir versuchen aktuell uns Zeiten dafür als festen Termin in den Kalender zu schreiben und ihn als „externen Termin“ zu behandeln. Einen Zahnarzttermin würde man ja auch nicht verschieben, nur weil die Küche noch nicht aufgeräumt ist. Aber das ist noch in der Erprobungsphase, ich kann noch nicht sagen, ob das wirklich funktioniert. Ich hoffe stark darauf, dass es etwas einfacher wird, wenn das Wetter besser wird und man zumindest mal die Tür hinter sich zu machen kann.

Manchmal können einen die Kinder ja schon ordentlich auf die Palme bringen. Wie geht ihr mit solchen Momenten um?

Das hängt sicherlich stark von der Situation ab und wie erschöpft und müde ich selbst bin. Wenn ich selbst eine kurze Zündschnur habe, drehe ich mich manchmal kurz um und atme erstmal tief durch. Ich versuche mich in die Maus reinzuversetzen und so nachzuvollziehen, wo es gerade für sie brennt. Prinzipiell versuche ich verständnisvoll zu sein und mir vor Augen zu führen, dass sie das gerade für sich tut und nicht gegen mich.

Abgesehen von den Momenten in denen Kinder echt anstrengend sein können, gibt es ja viel mehr schöne Momente. Wie sieht für dich der perfekte Tag mit der Familie aus?

Eine gute Voraussetzung ist, wenn er nicht vor 7 Uhr startet. Wir sind gerne entspannt unterwegs, ein großes Programm ist also gar nicht notwendig. Ein schönes, gemütliches Frühstück und dann ab nach draußen. Nachmittags bei frühsommerlichen Temperaturen Grillen mit der ganzen Familie, die Kinder spielen draußen…


Das hört sich in der Tat nach einem sehr schönen Tag an. Ich hoffe an der Stelle, dass die aktuelle Situation genau dies möglichst bald wieder zulässt und ihr als Familie möglichst viele solcher Tage erleben könnt. Ich möchte mich bei dir für das Interview und den Einblick in dein Leben bedanken.

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