Kategorien
Papa Momente

Hilfe mein Kind schlägt

Wenn du über Google auf diesen Artikel gestoßen bist, hast du sicherlich etwas wie „Hilfe mein Kind schlägt“ oder „Mein Kind ist eifersüchtig“ gegoogelt. Wenn du einen Ratgeber suchst, wie du mit der Situation umgehen sollst,  bist du hier vielleicht nicht so richtig. Ich kann aber beschreiben, wie es bei uns abläuft und wie wir mit der Situation umgehen. Oft hilft ja schon zu wissen, dass man damit nicht alleine ist 😉

Hier also unsere kleine Geschichte dazu: Hilfe mein Kind schlägt

3…. 2… 1… Film ab:

Seit J.Y. auf der Welt ist, zeigt unser Engelchen J.J. immer häufiger das Teufelchen in ihr. Eigentlich streichelt sie J.Y. meist ganz vorsichtig und liebevoll. Aber innerhalb von einem Augenblick kratzt oder schlägt sie plötzlich ihren kleinen Bruder. Schön ist das nicht wenn mein Kind schlägt.

Uns Eltern tut es weh anzusehen. Natürlich müssen wir J.J. dann zur Seite nehmen und auch schimpfen, was dann in einem Schrei-/ Wutanfall ihrerseits endet. Paradoxerweise weint das eigentliche Opfer J.Y. meist nur ganz kurz, auch wenn sein Gesicht von blutenden Kratzspuren übersäht ist. Er ist wohl jetzt schon hart im Nehmen. Also müssen wir uns in diesen Situationen sogar mehr um J.J. kümmern. Sie weint, schreit und ist mit ihren Gefühlen absolut überfordert.

Was mache ich also wenn mein Kind schlägt?


Jetzt gilt es Ruhe zu bewahren und J.J. irgendwie wieder auf ein Level zu bringen, auf dem man mit ihr kommunizieren kann. Zuerst versuchen wir, sie aus der Situation rauszunehmen und zu beruhigen. Anschließend erklären wir ihr wieder und wieder, dass es nicht OK ist andere Menschen zu schlagen, zu kratzen oder zu beißen. Wir sagen ihr auch, dass wir sie verstehen können, zum Beispiel dass sie sauer ist weil J.Y. mal wieder nicht mit ihr so spielt wie sie sich das vorstellt. Aber es ist einfach keine Lösung, ihn deswegen in welcher Form auch immer weh zu tun.

Sobald sie sich beruhigt hat, soll sie sich bei J.Y. endschuldigen. Das macht sie auch ganz lieb und tröstet ihn dann auch. An der Stelle freut man sich als Eltern, was für ein tolles Kind man doch hat. Sie pustet auf die Wunden und möchte wieder mit ihm spielen. J.Y. kann aber die Holzeisenbahn noch nicht aufbauen oder den Zug fahren lassen. J.J. wird wieder sauer und das Spiel geht von vorne los. Oft sind wir dann schon auf „Hab-Acht-Stellung“ und schneller: manchmal können wir Tätlichkeiten verhindern und gleich den Wind aus dem Segel nehmen. An der Stelle machen wir ihr klar, dass J.Y. einfach noch nicht so spielen kann wie sie sich das wünscht.

Wohin mit der Wut?

Viel mehr als aufpassen und erklären können wir also nicht machen. Immer und immer wieder. Auch versuchen wir zu betonen, dass so ein kleiner Bruder manchmal echt anstrengend sein kann und dass wir verstehen können, wenn J.J. davon genervt ist. Immerhin ist so ein kleiner Bruder eine rießen große Umstellung für sie. Plötzlich muss sie sich Mama und Papa teilen. Und zwar nicht nur mal über 1, 2 Stunden, sondern IMMER. Das hatte J.J. wahrscheinlich die ersten Wochen noch gar nicht überrissen: der neue Zwerg da, der geht nicht mehr weg! Da kann man emotional schon mal schnell überfordert sein. Dann muss man seinen Gefühlen auch mal Raum geben können und auch dürfen. Wir versuchen ihr dafür ein Schreikissen anzubieten oder auch die Option, ordentlich auf den Tisch zu schlagen. Der Dampf muss schließlich raus.

So viel erstmal zur Situation daheim.

Situation: Draußen

Leider fängt J.J. auch draußen am Spielplatz an, andere Kinder zu schubsen und zu schlagen. Vor allem dann wenn sie nicht so handeln wie sich J.J. das vorstellt oder Spielsachen geteilt werden. Das ist in der Phase ihrer Entwicklung relativ normal – Autonomiephase (siehe meinen Beitrag: Willkommen in der Autonomiephase) und Sich-behaupten sind die Schlagworte.

Egal aber wie ‚normal‘ das sein soll – es ist einfach nur unangenehm. In so einem Moment würde ich als Papa am liebsten ein Loch in den Sand graben und meinen Kopf reinstecken beziehungsweise so tun als ob das nicht mein Kind ist. Da ich selbst aber von anderen Eltern erwarte, dass sie in so einem Fall zu ihrem Kind gehen und ihm klar machen, dass das so nicht geht, muss ich das natürlich auch machen. Also gehe ich zu J.J., entschuldige mich bei den anderen Kindern und sage J.J., sie solle sich endschuldigen und die Kinder nicht schlagen. Meistens läuft es dann gut, bis es erneut zu einer ungünstigen Situation kommt.

Die beobachtenden Blicke der anderen Eltern spüre ich ganz genau in meinem Nacken. Wie geht der Papa mit der Situation jetzt um und was passiert als nächstes? Es ist mir schon etwas unangenehm so beobachtet zu werden. Man ist selbst gestresst, weil das Kind am Rad dreht und muss versuchen, so ruhig und cool wie möglich zu bleiben. Keine leichte Aufgabe. Ich sage mir in so einer Situation:

„Das ist nur eine Phase. Durch die müssen alle Eltern mal durch.“

Ich bin überzeugt, dass es sich um eine Phase handelt, welche die meisten Eltern bei ihren Kindern mitmachen müssen. Schließlich wollen Kinder ihre Grenzen ausloten und auch schauen was passiert wenn…? Ein aggressives Verhalten kann sogar auch ein Ausdruck dafür sein, dass das Kind eigentlich nur die Nähe zu einem anderen Kind sucht aber nicht so recht weiß, wie es auf das Kind zugehen soll.

In diesem Sinne Augen zu und durch: gemeinsam mit dem Kind so gut wie es eben geht Reflektieren, Ruhe bewahren und immer wieder klar machen: So geht das nicht! Aber ich verstehe dein Problem und helfe dir dabei.

Teile den Beitrag oder Abonniere mich unter Kontakt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.