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Papa Momente

Entweder-Oder-Fragen

Ich stelle meinem Kind die Frage: Möchtest du einen Apfel oder eine Birne?
Die Antwort: „Ja“

Na toll, mit dieser Antwort bin ich genauso schlau wie zuvor. Das Schlimme ist aber, dass ich genau weiß das J. J. auf Oder-Fragen aktuell nur mit einem Ja oder Nein antwortet. Und trotzdem ertappe ich mich immer wieder dabei, ihr genau diese Fragen zu stellen.

Warum ich das mache?

Ganz klar, aus der puren Gewohnheit und auch aus der Höflichkeit heraus. Ich gebe meiner Frau, Freunden und Arbeitskollegen ja auch häufig verschiedene Optionen zur Auswahl. Ich möchte J. J. eine gewisse Mitsprache ermöglichen und entsprechend kommen eben auch die aktuell sinnlosen Oder-Fragen das ein oder andere Mal vor.

Versteht mein Kind die Frage?

Durch die einfache Antwort „Ja“ habe ich nicht wirklich das Gefühl, dass J. J. die Frage an sich überhaupt versteht. Andere Eltern schreiben, dass ihr Kind immer für die zweite Option antwortet. Also wenn sie fragen, ob es einen Apfel oder Birne möchte und es die Frage mit „Ja“ beantwortet, mag es wohl die Birne. Beim wiederholten Fragen mit verdrehten Optionen ist die Rückmeldung dann ein „Nein“. Die Frage an sich wird also durchaus verstanden.

Vielleicht liegt es bei den ganz Kleinen daran, dass sie noch häufig Schwierigkeiten haben, Worte auszusprechen. Ältere Kinder sind dazu aber durchaus in der Lage, aber auch hier wird häufig noch mit einem einfachen “Ja” geantwortet.

Möglich ist auch, dass Kinder mit der Auswahl überfordert sind. Die Überforderung kommt anscheinend dadurch zustande, dass sich die Kinder nicht für eine Sache entscheiden wollen beziehungsweise können.

Und wenn wir mal ehrlich sind: Wie reagieren wir selbst, wenn uns mal wieder eine Entweder-Oder-Frage gestellt wird oder wir uns zwischen zwei, drei Gerichten im Restaurant entscheiden müssen? Steht die Bedienung dann am Tisch um die Bestellung aufzunehmen, kann der Puls schon mal nach oben gehen. Nicht umsonst gibt es das Sprichwort “Wer die Wahl hat, hat die Qual”.

Um die Verwirrungen auszuschließen wäre es also eigentlich sinnvoller, auf Entweder-Oder-Fragen zu verzichten und eindeutig zu beantwortende Fragen zu stellen.

Magst du einen Apfel? Mit der Antwort kann man wenigstens etwas anfangen. Auch wenn sich dadurch die Möglichkeit zur Mitsprache reduziert.

PS.: Ich hab es natürlich auch schon anders ausprobiert. Ich frage J. J. ob sie einen Apfel möchte, sie antwortet mit “Ja”. Danach frage ich sie ob sie eine Birne möchte und sie antwortet wieder mit “Ja”. Sobald dann beides auf dem Tisch liegt, möchte sie plötzlich weder den Apfel noch die Birne.

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